Polygame und –sportive

Tod und Verderben, kaputt und kaputter, mühsam, heiss und aufopferungswürdig. Unser alljährlicher polysportiver Grossevent der Schule hat wieder einmal stattgefunden. Manometer war das eine nicht nur schlimme, nein, gar auch gefährliche Angelegenheit. Erster negativer Erscheinungspunkt, jedenfalls aus den Augen meinerseits, war, dass man halt nicht um 11.00 oder so, schön spät, nein, um 8.10 sich zu melden hat. Man? Also der Esel, Michael A. Jackson und Michael Jordan. War also von Michis umringt. Nicht weiter schlimm, vor allem da wir ja differente Partitionen vom Triathlon absolvieren mussten. Jeder jeweils zwei, um genau zu sein. Ich hab mich natürlich um das Schwimmen rumgemogelt, das tu ich irgendwie denkbar „nicht gerne“, haha …

Jackson beginnt also irgendwann mal mit Schwimmen. Da kann ich nicht viel ’zu sagen, da ich das Bassin so gut als möglich gemieden habe. Y Minuten später gibt’s Tapeten- respektive Nummerwechsel, Jordan kommt ans Velo (ja, das Fahrrad heisst bei uns in der Schweiz Velo J) und düst auch gleich mit einer unglaublich latenten und vor allem potentiell potenten Geschwindigkeit davon, gen Schönenwerd (?). Ich stelle mich also schon mal auf meine 5km rennen ein: Mal einen Schluck Eistee, noch ein Keks, so, es kann losgehen, ungerade 30min später kommt nämlich der Michi wieder zurück und ich beginne meine Passion (=Leidenweg). Ja, eine Tortur, eine Katastrophe, das unglücklichste aller Schicksale, die es zu erlosen gab, ja das, iu iu, das hab ich mir geholt. Ich renn und renn und renne weiter. Ich muss sagen, für meine Verhältnisse recht tough, ich bin ja kein lonely long-distance runner, auch kein Perpetuum Mobile, nein, ich wurstle mich elendslange längs der Strasse, links von mir Urwald, rechts tosendes Gewässer. The only way schlechthin bin ich dahingetölpelt. Und schon hab ich 1 überholt, da!, ein 2.! So geht’s weiter, richtig cool, ausser Atem ist vielleicht untertrieben, ich hatte fast akute Respirationsprobleme, ich meinerseits vergewaltigte ja meine Lunge zu vorher Unvorstellbarem, nicht fassbarem, Unfassbarem! Wie dem auch sei, irgendwann bin ich dann, längst an Untertitelversessenen und Chemikern vorbei, am Ziel, kapütter denn je; wann bin ich, aus welchem Herrgottsverlassenen Grund auch immer, schon jemals dazu gekommen, 5000m (um es mal in der SI-Einheit anzugeben) am Stück zu laufen? Hallo?

Der weitere Verlauf ist friedlich, sehr friedlich, zu friedlich. Nämlich bin ich zwei Dekaden Minuten später am Drahteseln, Radeseln, Fahrradmaulen, wie auch immer, es ist schrecklich. Nach der ersten von zwei langen, sehr langen Runden bin ich gut im Rennen, neun Leute überholt. Aber dann, aus heiterem Himmel kommt er: Der fatal error, ein Totalausstieg meiner linken Antriebskraft. Die Wade meines Rechten kriegt ein Krampf. Ich hab noch nie einen Krampf bekommen, dennoch wusste ich, dass es einen war. Ich glaub, ich hatte noch nie soviel Schmerz auf einen „Tätsch“ wie heute. Heilige Beck, das war krass. Aber warte nur, der Keks kommt noch: 00,50 Kilo Meter später kehrt es mir die zweite Wade, rechts, auch noch. Scheisse. Der ultimative Kollaps, die gen Unendlich konvergierende, oder dies jedenfalls exerzierend, Muskel-Kontraktion, quasi ein 21st Century Breakdown meines Beins; das war natürlich alles andere als lustig, ich bin nämlich fast gestorben :)

So hat mich leider dann ein grosser Haufen (wenn es so was überhaupt gibt), wieder überholt und ich hab in den sauren Keks … ääh Apfel gebissen. Nuja, schlussendlich wars dann, so wies aussieht, doch nicht allzu schlimm.

Nach einigen irrelevanten Mittagessenriten gabs dann die afternoon-Veranstaltung, ein Fussballturnier. Wir gaben den ersten Infcömler keine Chance, Traditionen wollen ja nicht gebrochen werden, allerdings waren damit unsere Erfolge aber schon fast gezählt … oder zumindest brauchte man dazu keine zweite Hand. Ich hab mein Team mehr recht als schlecht angefeuert, da ich selber nicht gross zu spielen kam beziehungsweise drängte, mein Unterleib war ziemlich out-of-order, quasi defekt. Ich möchte an dieser Stelle unser Team loben, wir haben uns für eine E-Klasse gut geschlagen, aber speziell hervorzuheben ist unser werter Kev, der schon massgeblich zu unserem mässigen erfolg beigetragen hat, danke!

Ich finde solche Anlässe grundsätzlich noch cool, auch wenn sie im Momentum der Spasmen beispielsweise von mir natürlich aufs gotterbarmen niedergelassen werden … im Nachhinein hat man jetzt ja Wochenende und eine für, wie schon gesagt, unsere Verhältnisse, recht grosse Challenge hinter sich. Ja, aber anstrengend wars doch äusserst.

P.S.: Es hat viele Eastereggs im Text :)

7 Gedanken zu „Polygame und –sportive

  1. Lewis

    Tja, was soll man dazu sagen? Doch mir fällt was ein: 500m schwimmen war sehr viel einfacher und weniger anstrengend als rennen oder Velo fahren ;)
    Und vieleicht noch ein paar Worte zum Ultimate, das ich ja als einziger vom G2E gespielt habe: Wir waren zu viert (3 davon im nwp)(statt zu sechst mit zwei Auswechselspieler) und hätten fast gewonnen, hätte wir den Wind noch ein bischen länger auf unserer Seite gehabt. Nicht das ich viel zu unserm fast Sieg dazugetragen hätte.
    Was verstehst du unter Easer Eggs in einem Text? Insider, versteckte Andeutungen oder hat es irgendwo noch einen Absatz mehr versteckt?
    Ansonsten sehr schöne Zusammenfassung des Horrortages, gefällt mir sehr gut.

  2. Akira Artikelautor

    danke für, zum einen, das Kompliment und, andererseits, für deine kurze Revue über das Ultimate.
    Ein Easteregg in den meinen Texten sind meistens intertextuell zu deuten; mehr sag ich nicht dazu, wenn sie jemand findet, wird er sich freuen, ansonsten darüber hinweglesen, was den Verstehenshorizont allerdings nicht schmälern wird. ;)

  3. Rune

    Hilfe. Wo hast du die Fremdwörter versteckt? They are gone =(
    Es scheint, als sei dir die körperliche Anstrengung zu groß gewesen, um noch eine größere geistige auf dich zu nehmen. Somit hoffe ich auf eine fixe Genesung deinerseits.

    In diesem Sinne,

  4. Salvador

    Ich möchte heute der Objektivität wegen nicht meine Gedankengänge oder Gefühle zu Worte kommen lassen, nein, dieses Mal gehört die ganze Aufmerksamkeit meinen ausrangiert deformierten Körperpartitionen.

    Linker Fuss: Och, ich kann eigentlich nicht klagen.

    Rechter Fuss: Bis auf das ein oder andere Zerren hier und da bin ich recht wohl auf, danke der Nachfrage.

    Linke Wade: Oh Gott, lasst mich doch einfach in Ruhe eingehen. Was erwartet ihr denn von mir? Ich bin auch nur ein Körperteil, warum tut ihr mir sowas nur an? OOOOOOOHHH WEEEEHHH, diese Schmerzen!

    Rechte Wade: Iii..ii.. ch… P… Ppp.. Permanentkrampf!

    Linker Oberschenkel: Ich kündige! Von einer solchen Belastung stand kein Wort im Vertrag, da könnt ihr mal schauen, wie ihr ohne mich zu recht kommt. Adémerci!

    Rechter Oberschenkel (†): -keine Antwort-

    Der Rest des Körpers blieb mehr oder weniger unversehrt. Das „weniger“ spielt auf die komplette Destruktion der Lunge und die etlichen Seitenstiche gegen… ähh.. gegen den Körperteil, der halt von Seitenstichen getroffen wird an.

    So lasset mich nun in Ruhe dahinscheiden.
    Iu, Iu, mir, dem Gepeinigten.

    -Salvador

  5. Akira Artikelautor

    Um es noch zu erwähnen, so wie’s aussieht, hat dieser Sporttag bei mir erst gestern und heute angefangen; dieses Muskelkater zerpflückt mich ja vollends: Es ist grässlich.
    danke allerseits und jeweils ebenfalls: gute Besserung :)

  6. Pingback: Über Sport … und so « AkiraBlog

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