Wer Murphy ist, und warum er mich hasst

Nun gut. Nach längerer Pause dieses Blogs auf Grund vom (ich würde jetzt gerne das schöne Wort „Wartungsarbeiten“ in den Mund nehmen; aber nein, es ist was anderes) in letzter Woche gegen die Infinität (schon wieder ein für Word unverständliches Wort) konvergierendem schulischem Stress, hatte ich halt relativ wenig Zeit … und ich wollte ja Murphy nicht herausfordern … Murphy; ja, genau, mein Stichwort! Vielleicht ist es einigen sogar schon aufgefallen, dass ich, wenn es mir mies ergeht, oft von Murphy spreche. Tja, dieser Sensei des Unglückes hat es jedoch auch noch nie fertiggebracht, meinen untrübsamen Optimismus zum welken zu bringen. Ha!


Eine kurze Erläuterung:

Murphy war ein Captain bei der US Air Force. Irgendwann einmal sind die Alphatierchen dieser Firma (welch Anspielung *rolleyes*) dann auf die Idee gekommen, einen Test zu konstruieren, bei dem es darum geht, wie viel Beschleunigung ein Mensch in einem dieser Donner-Vögel-Jets (ohne Worte *rolleyes*) aushalten kann. Wie man das mit dem heutigen technischen Krimskrams dann halt macht, mussten sie der Testperson respektive dem Opfer random(Sensoren); befestigen; genauer aber keine random Anzahl, sondern exakt 16. Nun, der Clou ist, dass man diese Sensoren entweder richtig oder halt eben falsch anbringen kann. Welch Ironie des Schicksals also, dass der Mann (nicht irgendein Mann, nein, ein geübter Ober-Guru der US Air Force), der das Ganze von Statten bringen sollte, methodisch ALLE, tutti, tous, todos, einfach alle diese verdammten Sensoren falsch befestigt hat. Es ist un-glaublich! Und dann kam Murphy ins Spiel; und zwar mit der These: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“


Natürlich hat das jeder schon mal irgendwo erlebt. Beispiele: Es kommt eine gewisse Erweiterung für ein gewisses Spiel heraus (ich schiele jetzt zu einer gewissen Gruppe unserer Klasse) und ausgerechnet dann ist man pleite, in den Ferien, oder der PC ist kaputt. Oder man muss auf den Zug. In der ersten Doppelstunde eine grosse, sagen wir mal Bio-Semesterprüfung. Aber von allen 365 Tagen in einem Jahr, in dem dieser vermaledeite Scheisszug nie Verspätung hatte, hat er heute auch keine Verspätung, nein er kommt gar nicht, er fällt aus. Als ob das dann nicht genug wäre, kontrolliert einem im nächsten Zug dann der Kondukteur und man bemerkt, dass man sein A-Wellen-Billet vergessen hat. DAMN!


Und dann als letzter Punkt noch, warum mich Murphy nicht nur nicht mag, sondern regelrecht verabscheut. Nun, die Antwort ist gar nicht allzu kompliziert: Ich weiss es auch nicht. Ich führe schon seit einiger Zeit praktisch Krieg mit ihm, aber er zieht irgendwie immer den … ähm … längeren? Quatsch, ich zieh den Kürzeren? ;D

Wenn mich das Pech einmal nicht mehr verfolgt, dann … weiss ich auch nicht. Jedoch freue ich mich immer umso mehr, wenn ich dann mal Glück habe. Meistens alles auf einmal. Hier eine kleine Anekdote (omg, ich hör’ nicht mehr auf mit diesen listigen kleinen Abschnittchen ;) )


Morgens halb zehn in Deutschland. Nein, kein Knoppers; morgens 07:09, Schweiz, nicht weit vom Bahnhof. Klein Akira marschiert im Laufschritt Richtung Bahnstation. Er ist eh schon spät dran. Das merkt er daran, dass Train, sein Nachbar, VOR ihm geht. Train ist immer sehr knapp, also musste er noch knapper sein. Ich gebe zu, ich hab nur 2min von zu Hause bis zum Zug, aber diese 2min haben es in sich. Wie dem auch sei, plötzlich fällt mein Blick auf die Sporttasche an Trains Torso. DAMN! Ein Hochgeschwindigkeitskino von ekelerregender Sportwäsche der Schule, Zug verpassen und Tannenbäume rast an meinem inneren Auge vorbei. Dienstag; Physical Education. Wie ein mit frischem Spinat gefütterter Popeye renne ich also zurück. In alle Hast wurde meine Gehirnaktivität heruntergeschraubt und ich habe nicht daran gedacht, meinen Rucksack liegen zu lassen … *rolleyes*. Es war kalt und rutschig. Als ich über die Wiese, die eine gute (aber nutzlose) Abkürzung darbot hinwegfegte, bin ich noch beinahe umgefallen. ;)

Daheim angekommen, stürze ich mich gleich auf meine Turntasche und sogleich war ich auch wieder verschwunden gewesen. Jedoch war mein Blick vorher auf die Atomuhr kein Gutes Omen. Es war schon 07.12 Uhr; mein Zug fährt um zehnnach. Ich dachte noch, dass das knapp werden würde. Aber, es war kaum zu fassen, der Zug stand. Erneute setzte ich zum Sprint an und drosch wie ein von einem Wurm gebissener Ameisenbeobachter (können Würmer beissen?) meinem Ziel entgegen. Es reichte. Ich stieg ein; Abfahrt. Train stimmte eine „Das-kann-doch-unmöglich-sein-dass-du-so-viel-Glück-auf-einmal-hast“-Orgie an, der es immer noch nicht (noch heute nicht) glauben kann, dass der Zug damals einmalig eine ca 5min Verspätung hatte. :D

(Aber das geilste wäre ja gewesen, wenn er mir, trotz Verspätung, dann doch noch vor der Nase weggefahren wär’. Das nennt man dann Murphy im Quadrat ;D



Schönen 2. Weihnachtstag

Akira~

6 Gedanken zu „Wer Murphy ist, und warum er mich hasst

  1. Näkemiin

    … erster Kommentar. Darf ich mich drüber freuen?

    Du bist genial… echt genial. Ich frag mich immer noch, wie jemand so mit der Sprache umgehen kann.
    *seufz*
    Na ja. Du hast in deiner Erklärung zu Murphy ein wichtiges Detail vergessen. Es gibt nicht nur eine solche verfluchte Regel, sondern gleich sechs.

    Ich zitiere aus wikipedia.de:

    Allgemeine Gesetzmäßigkeiten:

    1. Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief (Hauptregel).
    2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
    3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, bei denen etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
    4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
    5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
    6. Wenn etwas zu gut erscheint um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.

    tja, dann hast du am Ende Glück, wenn du nur den Zug verpasst… denn wenn ich mir das so durchlese, müsstest du den Zug verpassen, dich dafür entscheiden, das Fahrrad zu nehmen, weil der nächste Zug aus fahrplantechnischen Gründen erst in einer Stunde fährt, dann mit dem Fahrad umfallen, dir beide Beine brechen, ins Spital eingeliefert werden, nur um dort zu erfahren, dass du gar nicht zur Schule hättest gehen müssen…

  2. Akira

    erstmal danke ;)

    und: glaubst du, dass ich, der ich mich ausführlich mit Murphy befasst habe, dessen Wikipedia sein zweites zu Hause ist … hat diese 6 Regeln nicht auch gelesen :P

    nein, scherz, ich wäge immer ab, wieviel Info, dass ich in wieviel Text reinpacken kann, dass es gerade noch zumutbar ist.
    Wenn ich da lange Punkte und Regeln aufzähle, Daten, Daten, Daten, dann vergeht es einem eher. Man muss nur die Hauptregel kennen, wenn man nichts damit zu tun hat. ^^

    aber danke nochmal fürs Feedback

  3. 53(|237

    Warum, sag mir, warum…

    warum, ist es immer dieses gleiche, ähnliche Gefühl, dieses Déjàvu der Ereignisse, diese immer wiederkehrende Erinnerung an Vergangenes, zur Gewohnheit gewordenes Akzeptieren des unmöglich geglaubten…

    dieses einmalige, anscheinend dir vorenthaltene Mittel, diese simple Fähigkeit, die mit ihrer Kompliziertheit doch alles übertrifft, diese nach Verwendung fordernde Eigenheit…

    Das Schreiben, wie du es tust, das Verbinden, von Niveau mit Umgangssprachlichem, die Fusion von Wissenschaft und Straße, die Verschmelzung von Feuer und Wasser…

    Sag mir, warum du es dem Rest der Welt vorenthälst!

    Such eine Bühne für dich, unten bei euch in der Schweiz, wo Freiwillife vorlesen, vortragen können. Hier gibt es solche Veranstaltungen, genannt „Lesebühne“, ich bin gerade von einer wiedergekommen ;]

    Einen schönen zweiten Weihnachtsfeiertag noch allerseits,

    Rune

  4. Salvador

    Ich kann und werde heute das Lob von (an dieser Stelle muss ich zu CTRL-C / CTRL-V greifen) 53(|237 nicht mehr übertreffen können. Darum bekommst du von mir zu Weihnachten dieses liebevoll von Herzen umrandete Brot:

    <3 BROT <3

    Wenn du Brot so sehr verehrst wie ich, wirst du Gefallen daran finden. Ich bedanke mich an dieser Stelle für diesen wunderschönen Blog, er hat mir die letzten Minuten der Festtage versüsst.

    Es grüsst Salvador

  5. 53(|237

    Was denkst du, Salvador, was die vier Buchstaben am Ende meines Kommentars bedeuten? Denkst du etwa sie bedeuten Brot, nur mit einer Geheimschrift verschlüsselt? Falsch! Das ist mein Name. Ich habe mich erstmals entschieden mit selbigem [unverschlüsselt] zu unterschreiben ;]
    Ich denke diese vier, doch recht simplen Zeichen sind es wert ins Kurzzeitgedächtnis, wenn nicht sogar ins Langzeitgedächtnis, aufgenommen zu werden =)

    Rune

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