Gaga’s Traum

Eine „Abhandlung“ über diese, die dem Wahnsinn verfallen scheint, über jene, deren Kleidermode überaus unserer Zeit vorauseilt, … was soll man denn von Lady Gaga halten?

Als Stefani Joanne Angelina Germanotta (also vor allem Germanotta hat’s ja grausam in sich!) eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand sie sich in ihrem Bett zu einem ungeheuren … Willen – … getrieben: Ja, sie wollte Popsängerin werden. Als sie sprechen konnte, schrie sie: Ich will aber kein Mensch sein … wenn man lange genug ins Monster hineinblickt, sollte man zusehen, dass man nichts selbst wird, nicht wie das Monster, das wäre ja jenseits von Gut und Böse! Ja, mein eigentlich Element …?

Ich hab mir eben das Video „Bad Romance“ (http://www.youtube.com/watch?v=qrO4YZeyl0I)  angeschaut. Die ganzen 5 Minuten lang auf dies gehörige Schauspiel, sich mir auf dem Bildschirm bietend, geschaut und analysiert. Die Konklusion respektive meine ersten 3 Gedanken: Hmm. Quoi? Haha! … Ich frag mich, was das Ganze soll und ich frag mich, ob Lady Gaga ein Genie ist, jawohl, ein Genie.

Ich mein, das Video hat 100 Millionen Views, „Tendenz steigend“ und sie hat schon Preise abgeräumt, etwas Unfassbares. Aber wer schaut sich das an? Ich mein: Wo man hinkommt, sagen die Leute, wie „grausig“ sie sei, denken, dass sie „transvestitig“ ist, oder „nein danke“ oder „eh … what“ oder „Outfit“ (FB lässt grüssen). Aber doch ist sie erfolgreich? Wenn ich jeden Tag in mit Wachsmalkreiden bemalte Papiertütchen gekleidet aus dem Hause ginge, würden die Leute auch gaffen, oder Perücken auf dem Rücken trüge oder so täte, als sei ich eine Frau resp. die Allgemeinheit in eben jenem Ungewissen liesse, ob ich denn eine sei – resp. ein Mann. (Man beachte den Konjunktiv). Entweder gibt’s effektiv nur eine kleine Fellowship of the Gaga, dafür sehr eingefleischt (means: sie kaufen Alben jeweils für 15 Personen, anstatt nur für sich …) oder aber sie hat viele Millionen Fans, die sich aber nicht zu outen getraut haben :)

Lady Gaga - Bad Romance

So, inzwischen hab ich mir das Video nochmals reingezogen. Jetzt kams mir doch schon beträchtlich länger vor … suspekt! Jedenfalls hab ich die Tenues gezählt. Wenn ich mich nicht verschaut habe, waren es 13 oder 14 verschiedene Aufmachungen, die sie für den Clip anhatte … und zwar nicht einfach eine Bluse (oder so), nein, von ganzen Gestellkonstrukten umwunden werdend* (3:23min), im Eisprinzessinnenlatexkleidchen durch die Gegend hüpfend (1:45min) oder anderes, lauter Undefiniertes (beispielsweise 3:30min).

<!– Skip

*umwunden werdend (Zu diesem Konstrukt: Das war eine Geburt. Was liegt vor? „Umwinden“ – eh schon ein komisches Wort. Sicher mal aktiv und ein Infinitiv. In der 3. Person dann „Germanotta umwindet“. Was ist nun das Partizip II (- also Perfekt von mir aus -) dieses Wortes, damit wir die Passiv-Form bilden können? Im Schweizerdeutschen „umwonden“, Deutsch allerdings „umwunden“, die Spule ist umwunden. Nun kommt der Konflikt. Dass Lady Gaga nun mal umwunden wird, also Passiv, dies aber im Begriff ist zu tun, also quasi ein Continuous, müssen wir im Deutschen mit dem Kunstgriff „Partizip I“ lösen. (Bsp: Bellen -> bellend: Bellend sang sie „Bad Romance“, hier KEIN Attributiv sondern Participium coniunctum resp. depiktives Prädikativum) Nun hat dieses Partizip I auch den Namen Partizip Präsens und wie um Himmels Willen können wir Präsens und Perfekt fusionieren? Partizip 3? Hallo? Nein. Vielleicht, indem wir einfach das Hilfsverb „werden“ in das eine Gefüge und das zu flektierende Wort „umwinden“ in das andere tun. „Umwunden werdend.“ Tönt komisch, ist auch so, aber die wahrscheinlich einzige Möglichkeit, wie man das hierzulande ausdrücken kann … ich sags ja nicht oft genug: Wie beschränkt die deutsche Sprache doch ist …

-> Umwunden werdend beschreibt den Vorgang vom umwunden werden.)

Skip–>

Irgendwodurch muss es doch noch einen ganzen Haufen Fans geben, die versteckt in ihrem Kämmerchen solche Videos schauen ;-)

Des Weiteren: Vor 50 Jahren, als die Beatles in ihren Kinderschuhen standen: IMMER ein riesiges Gekreische (e.g. Tokyo Hotel?), Millionen von verkauften Platten (Lady Gaga?) und, und, und. Und? Und heute? Heute gelten sie als die Besten und Grössten und alles was von heute kommt ist kackige Kacke … okay, vielleicht nicht so übertrieben, aber es hat gewisse Tendenzen (2). Ist es möglich, dass wir in 50 Jahren dasselbe mit Mma. Gaga haben? Analog: „Damals hatten wir alle lange Haare und fanden diese alten Rockbands die „Lässigsten““ <-> „Damals zogen wir uns komisch an und fanden diese Verrückten, e.g. (2) Lady Gaga, die „Geilsten““ -> jeweilige Reaktion „Müdes Lächeln“.

Nein, ich verteidige sie nicht, ich greif sie aber auch nicht an. Mir gefällt ihre Musik nicht besonders (es gibt Schlimmeres, ja, aber trotzdem mehr Besseres ;)) und anschauen tu ich sie auch nicht länger als 3.141 Sekunden (wobei ich mir gerade denke: Wenn sie mir auf der Strasse begegnen würde, *normal* (ui, gefährlich relatives Wort … („normal“ im Sinne von: das was 50% der Westeuropäischen Gesellschaft trägt, so was in dem Stil)) angezogen, glaube ich nicht, dass ich sie erkennen würde – tja, wer würde das schon? So verkleidet wie sie jeweils ja eben rumgeht) … mhm, ich schäme mich ja sooo … ^__^°

Gut ein wenig despektierlich, aber vor was haben wir, wir von der heutigen Jugend, denn schon Respekt. Wir sind ja alle gleich; fast wie Lady Gaga, nur individueller. Haha!

Gagakira.

P.S.: Outet sich noch wer anders über „Fräulein Germanotta“? Es nähm mi no wonder :)

4 Gedanken zu „Gaga’s Traum

  1. livia b. --> mäneli kollegin xDDD

    hehe, ich oute mech.. si esch chrank ond ganz secher
    ned clean…xD doch das esches doch, wo alli fasziniert, das anders sii,
    das usestäche fom räschtleche räscht :-)!
    äu wenns mängisch eifach nome chrank esch, was die frau gaga
    amigs abzieht.. (xD), si loht eim de räscht fo de wält, alli sorge ond
    gedanke för es momentli vergässe.. mer konzentriert sech nor uf das,
    was see macht. mer hets jo i dem stiil no nie gseh, so extrem, (emu ich ned). ond drom luegt mr gnäu, füehlt sech ine, ond suugt jedi millisekond i eim uuf, om jo nüüt z verpasse.
    dorom esch si so erfolgriich, ond dorom verdient die soo vell..

    glg livia xDDD

  2. Akira Artikelautor

    :o
    Hätt‘ ich jetzt nicht gedacht, dass da so schnell jemand kommt und alles gesteht … wie dem auch sei: KETZER!! :D

    haha, nein Scherz, genau ein solch Phänomen hab ich ja irgendwodurch auch vermutet … trotzdem: nichtmal die grössten Fans wissen, dass sie Germanotta heisst :)

  3. Rune

    so,
    ich war aufm klo.
    nun
    will ich das schreiben tun
    zwar vermag ich im moment wenig hierzu zu sagen
    doch verzagen
    möchte ich doch keineswegs tun müssen
    es befreit mich von genüssen
    gesagt sei mehr,
    dass du kannst beschreiben sehr.
    obwohl sie – wie sie es tut – sich entstellt
    so ist ihr geld nicht selbst stante pede bestellt
    es scheint mir sie müsste etwas machen
    für ihr geld: musik. dadurch vergeht mir das lachen.
    doch möchte ich
    wiederlegen dich
    in einer sache
    die ich in meinen gedanken sehr anders mache:
    wir sind nicht gleich
    so sind wir nicht alle reich
    oder noch
    leben nicht alle in einem loch
    zwischen arm und reich
    ist es ungleich.
    noch vielerlei mehr
    wofür man aufzuzählen bräuchte fast ein ganzes heer
    so seien gefüllt
    nicht vollgemüllt
    diese zeilen noch. man hat etwas gemeinsam
    doch zu sagen alle seien gleich ist wahrlich grausam
    da jeder noch ist individuell.

    so verabschiede ich mich nun
    um zu wünschen allen hier ein frohes tun
    gebt acht,
    gute nacht,
    noch ohne lagune,
    rune

  4. Akira Artikelautor

    „Wir sind ja alle gleich; fast wie Lady Gaga, nur individueller. Haha!“, ähnlich dem Inte_L_igenz-Argument möchte ich hiermit nur auf die vorschnelle Urteilsfähigkeit mancher Menschen hinweisen; die Jugend ist schlecht. Lady Gaga ist schlecht. Alles ist schlecht. – Dabei gibts nicht nur 0 und 1, schlecht und gut, nein, es gibt ja bekanntlicherweise mindestens F Möglichkeiten.
    Und zum Schluss will ich sagen, dass ich Lady Gaga nicht auf Grund ihrer Extravaganz (~Unteilbarkeit) verurteile.

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