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1d and already lost

Nachdem eine langatmige Nacht verstrichen war (weil sich meine Ankunft in Liverpool fast bis 12 hinauszögerte), geht man halt wiedermal an den ersten Schultag. Ein kleines Festival, welches wir alle doch schon several times erleben durften. Nach einer kleinen Einführung geht man in irgendwie durch Zufall ermittelte Klassen (danke dass ich in einem gefühlte B1-Kurs bin, wo wir gerade DO, DO, -attention class- DOES, durchnehmen (worauf ich unmittelbar eine Umteilung beantragen konnte, nichtselbstverständlicherweise)) und passiert durch das Morgenprogramm. Ahja, in England hats NUR Morgenprogramm. Yes.

Was ist der nächste Weg zum Nachmittagsprogramm? Der Bus, mit dem man zur Homeaddress fahren sollte, um dann wieder zuhause zu sein (gewandte Akira-Kenner ahnen den weiteren Plotverlauf, was die bustechnischen Details anbelangt): Bus 86A, B oder C – so weit so gut. Und mit „soweit“ endet es auch schon, als man 10h Busfahrt später schon fast bei der Endstation aussteigt: Irgendetwas muss da faul sein. Als zufällige Ausstiegshaltestelle wurde aber nicht irgendeine auserkoren, nein, ein Memorial-Friedhof, so gross, in der Schweiz würden wir es Park nennen. Mit Telefonkabinen weiss man sich zu helfen, doch das Münz spielt nicht mit; Mindesteinwurf 60p, gegeben 45p und weit und breit nur … well … graveyard (implizierend, dass man kein Kleingeld daherzaubern kann). Das mobile Netz funktioniert irgendwie nicht, das Roaming bockt, und unser Dreikäsehoch ist schon so weit von der Strasse abgekommen, dass er die Bushaltestelle nicht mehr findet, mehrfach in die falsche Richtung geht und nur Touristen antrifft, die noch weniger (okay, nein, die einfach auch sehr wenig) Ahnung von der Gegend hatten. Ganz nebenbei vergass ich zu erwähnen, dass draussen Blizzard-ähnliche Verhältnisse stattfanden (Es scheint so wenig, dass wir es in der Schweiz nicht als Schnee bezeichnen. Meine Gastmom hat es Blizzard genannt, das ist nicht nur eine Hyperbel meinerseits ;)) – vor allem ist es einfach extrem kalt und windig. Meine letzte Chance ist einer der geschätzten zehntausend Gregg’s-Bäckereien, wo ich mir ein Cranberry-Donut (Cranberry-Donut! You got that?) hole. Frisch beflügelt und fast eine Stunde unterwegs findet man sich bei der Railway-Station wieder – die Rückreise zur Schule ist ein Klacks und alles weitere ist Zufall. Ich treffe nämlich auf meine Gastmom die mit mir dann das Busprozedere nochmals durchmacht und alles stimmig erklärt.

Als nächstes lerne ich meinen Gastbruder kennen – 13-jährig, Jack. Er kann: Beatboxen, Skateboarden, Fussball spielen und HipHop tanzen und X-Box gamen. Er kann nicht: Nicht mit mir sprechen, ruhig sein, langsam sprechen. Er ist super! So super, dass wir bereits „our secret hand-shake“ haben. Jö :)

Dieser Text ist übrigens eine Bettkantenproduktion, mein Zimmer beherbergt keinen Tisch, dafür reichlich Kälte. In der Nacht wird nicht geheizt. Ergo mihi gelu est. Ergo ab Nacht 2: „Here you have a second quilt. You may also use this hot water bottle and here, take that bath robe.“ Jawohl! Ich bin sehr froh über diese supertolle accommodation, die ich erwischen durfte, auf eine spassige Woche 1!

See you then,

akira.